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Wilfried Bütow
Kennst du Heinrich Heine?

So unkonventionell und lässig wie relevant und kompakte. Heine hätte seine Freude gehabt an diesem Buch. Eine unterhaltsame Einstiegslektüre über den Menschen Heine, seine Ansichten, seinen Humor.

ISBN 978-3-937601-32-8
Preis 12,80€    

Alte Pinakothek

Üppige Szenen, oft prachtvoll und grausam zugleich, faszinierend und doch auch irritierend - die überdimensional großen Gemälde ziehen den Betrachter in ihren Bann. Keines der Bilder von Peter Paul Rubens ist auf den ersten Blick vollständig zu erfassen. Und so bleiben die Besucher davor stehen, treten noch ein Stück zurück - und dann wieder einen Schritt nach vorn, um ein Detail besser zu erkennen.


Wir befinden uns in einem der 19 Säle der Alten Pinakothek in München. In diesen und den 47 angrenzenden Kabinetten befinden sich 700 Gemälde europäischer Maler des 14. bis 18. Jahrhunderts. Die Sammlung gehört zu den bedeutendsten weltweit.
Die vor allem im Obergeschoss untergebrachte Dauerausstellung zeigt Werke altdeutscher Meister, zu denen Lucas Cranach der Ältere, Albrecht Dürer, Matthias Grünewald oder Hans Holbein der Ältere zu rechnen sind, altniederländische (z. B. Hieronymus Bosch), flämische (van Dyck, Rubens, Brueghel) und holländische Malerei (Rembrandt) sowie Stücke aus Italien, aus der Florentiner Renaissance (Raphael und Leonaro da Vinci) und von venezianischen Meistern wie Tizian, Veronese, Tintoretto, Canaletto oder Francesco Guardi, daneben Gemälde französischer und in geringerem Maße spanischer Künstler.
Religiöse und profane Motive, historische und mythologische Szenen, Porträts, Landschaften und Stillleben haben ihren Platz in den vergoldeten, oft kunstvoll verzierten Rahmen gefunden. In den großen Sälen des Obergeschosses konnte 2008/09 die originale Seidenbespannung der Wände in weinrot und moosgrün rekonstruiert werden. Ansonsten ist die Architektur der Räume schlicht und zweckorientiert gehalten. Die gesamte Gebäudekonstruktion des Architekten Leo von Klenze, unter dessen Aufsicht der von 1826 bis 1836 währende Bau erfolgte, bestätigte sich im Laufe der Zeit immer wieder bei der Museumsplanung. Außerhalb des Stadtzentrums gelegen bestand weniger die Gefahr eines Brandes; durch die Ost-West-Ausrichtung des Hauses fällt durch die Nordfenster gleichmäßiges Licht, die Beleuchtung wird durch die Oberlichtfenster optimiert.

Das Museum gehört zur Bayerischen Staatsgemäldesammlung, deren Anfänge in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts liegen. Damals ließ Herzog Wilhelm IV. von Bayern Historienbilder für seine Münchner Residenz anfertigen. In der in den 1560er Jahren gebauten Kunstkammer, der „Münze", kamen bis zur folgenden Jahrhundertwende über 770 Gemälde zusammen. Nach und nach, durch kunstinteressierte Herrscher, vermehrte sich der Bestand um flämische, holländische und italienische Meisterwerke. Durch Machtverschiebungen wurden die Sammlungen aus Mannheim, Düsseldorf und Zweibrücken derjenigen in München hinzugefügt, außerdem gingen mit der ab 1802 stattfindende Säkularisation 1500 Gemälde in Staatseigentum über.
Unabhängig davon, ob einem ein Malstil nun zusagt oder nicht, eines bleibt die Alte Pinakothek immer: eindrucksvoll. Wegen der Kunstfertigkeit der Maler, die eine Jahrhunderte überdauernde Berühmtheit erlangten, wegen des damit verbundenen, leicht diffusen Gefühls des Besuchers, etwas Bedeutsamem direkt gegenüberzustehen, etwas unglaublich Wertvolles fast greifbar vor sich zu haben, und nicht zuletzt, wie das Wort sagt, aufgrund der Menge an Einzeleindrücken bei 700 Gemälden. Vielleicht sollte man sich hier (wie auch in anderen großen Ausstellungen) von dem Zwang lösen, jedes einzelne Bild genau betrachtet haben zu müssen, weil dies leicht zu bloßer Erschöpfung führen kann; es ist vielmehr empfehlenswert, sich stattdessen des Öfteren eine Pause auf einer der gepolsterten Bänke zu gönnen, um sich in Ruhe und mit Gewinn einzelnen Werken intensiver zu widmen.

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Flyer: 175 Jahre Alte Pinakothek

www.pinakothek.de/alte-pinakothek